Qytera News

6 goldene Regeln für das Testmanagement

Es gibt viele Regeln, die Sie als erfolgreiche Testmanagerin, erfolgreicher Testmanager beachten sollten. Die aus unserer Sicht wichtigsten stellen wir Ihnen hier vor.

1 Wie werden Sie messen? Über Metriken und Reporting

Warum führen Sie Messungen durch? Um bewerten zu können, was gut funktioniert oder wo Sie Anpassungen am Prozess machen müssen, und ob bzw. wie gefundene Risiken überdeckt sind. Risiken wie die Befürchtung, dass die Zeit nicht für alle Tests ausreicht oder dass Fehler nicht von Ihnen, sondern von den Kunden entdeckt werden. Sie sehen, was Sie intensiver oder weniger intensiv testen müssen, ob Sie vielleicht ein Quality Gate erreicht haben, selbstverständlich auch, wie hoch die (Produkt-) Qualität ist. 

Zum Beispiel erkennen Sie dies an der Fehlerdichte (z.B. Anzahl der Fehler pro 1000 Zeilen Programmcode).

Nicht zu vergessen: Sie geben diese Daten auch an Dritte weiter: das Projektmanagement, die Geschäftsleitung und sonstige Stakeholder.

2 Legen Sie Ihre Teststrategie, Testziele und Methoden fest

Wie testen Sie und warum? Was möchten Sie mit den Tests erreichen?

Vielleicht gibt es in Ihrer Organisation bereits ein Testhandbuch, auf dem Sie Ihre Strategie und Ihr Testkonzept aufbauen kann. Auf jeden Fall benötigen Sie definierte Grundlagen für Ihren Testprozess. Diese können je nach Team- und Unternehmensgröße variieren, ein großes Unternehmen aus der Softwareentwicklung hat oftmals eine definierte Qualitätspolitik und Testrichtlinie. Auf dieser basiert dann die Teststrategie als Dokument, darauf dann das (Master-) Testkonzept

Andererseits ist die Teststrategie auch die Methode: zum Beispiel bedeutet "risikoorientiert", dass Sie in erster Linie die gefundenen Risiken minimieren möchten und mit diesem Ziel die Testfälle auswählen bzw. priorisieren, die hierfür den größten Nutzen bringen. 

Testziele sind die Ziele, die Sie mit dem Testen erreichen möchten: beispielsweise möchten Sie belegen, dass neue Funktionalitäten die geforderten Eigenschaften besitzen, Anforderungen erfüllen.

3 Bestimmen Sie die Dokumenten und Vorlagen, die genutzt werden

Haben Sie in Ihrer Organisation bereits Dokumente und Vorlagen, die für das Testen (zum Beispiel für Testfälle oder Abweichungen) und Testmanagement genutzt werden? 

Wenn Sie keine vorliegen haben, sollten Sie diese erstellen. Prüfen Sie, welche Informationen Sie benötigen - zur Information, um Qualität zu messen usw. - unter Anderem genau die Werte, die Sie für die Metriken nutzen möchten.

4 Entscheiden Sie Ihren Ressourcenbedarf

Wissen Sie, wann Sie mit dem Testen beginnen, wieviel Zeit Sie haben - ob diese Zeit reicht? Haben Sie genügend PCs und Peripherie? Wie sieht es aus mit Lizenzen, z.B. für die Fehlermanagement-Software? 

Und vor allem: haben Sie für die Testaktivitäten genügend qualifiziertes Personal? Werden Schulungen benötigt?

All diese Fragen sollten Sie frühzeitig beantworten können, damit können Sie diese Ressourcen bei Bedarf anfordern, ansonsten haben Sie keine Zeit, steuernd einzugreifen. 

5 Wer hat wann Zeit? Denken Sie an Ihre Zeitplanung

Sie sollten so planen, dass Artefakte getestet werden können, wenn sie fertig sind. Das Testteam ist somit bereit, wenn Software planmäßig geliefert wird. Sie haben auch Ziele, die Sie erfüllen müssen, zum Beispiel einen Releasetermin. Und an dem sollten Sie sich orientieren. Von Ihnen wird erwartet, dass Sie zu den entsprechenden Meilensteinen liefern können. Notfalls müssen Sie flexibel sein, aber für Ihre Argumentation hilft eine verlässliche Zeitplanung auf jeden Fall. 

6 Planen Sie, wann Sie integriert testen, wann End-2-End-Test sein kann usw.

Wir bleiben bei der zeitlichen Planung. Auch der Ablauf der einzelnen Teststufen muss getestet werden: wann können Sie integrieren? Wann müssen Sie fertig sein? Wann möchte die Geschäftsleitung etwas sehen oder Testergebnisse von Ihnen haben? 

Sie erhalten von einer Stelle Artefakte zum Testen und eine andere möchte Ihre Ergebnisse sehen, daran denken Sie und planen dementsprechend.

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NEU: IREB Zertifizierungen in unserem Testcenter in Frankfurt am Main

Wir erweitern das Leistungsspektrum unseres Testcenters um das Zertifizierungsschema des IREB. Im Testcenter der Qytera GmbH können die IREB Prüfungen/ Zertifizierungen abgelegt werden.
Die IREB Zertifikate werden in drei Stufen vergeben:

  • IREB Foundation Level - CPRE FL: Grundlagenausbildung zum Thema Anforderungsmanagement (Requirements Engineering)
  • IREB Advanced Level - CPRE AL: Das IREB Advanced Level mit drei Modulen
  • IREB Expert Level - CPRE EL
Über IREB Certified Professional for Requirements Engineering

Der 2006 gegründete IREB (International Requirements Engineering Board) e.V. hat sich zum weltweit anerkannten Expertengremium für die Personenzertifizierung von Fachkräften im Requirements Engineering entwickelt und ist Initiator des Zertifikats „Certified Professional for Requirements Engineering“ (CPRE). Durch die strikte Trennung zwischen der Lehrplanentwicklung, die bei IREB stattfindet, sowie der Arbeit von externen Zertifizierungsstellen und externen Trainingsprovidern ist die Neutralität und Qualität des CPRE-Zertifikats garantiert.

Kosten der IREB Prüfung ohne Kurs

Die Prüfung zum IREB Certified Professional for Requirements Engineering ohne Teilnahme an einem Seminar kostet 250,00 € zzgl. MwSt. (= 297,50 €).
Die Ausstellung des Zertifikats zum IREB Certified Professional for Requirements Engineering ist in diesem Preis enthalten.

Prüfungsvorbereitung IREB Foundation Level

Im folgenden Artikel finden Sie Tipps zur IREB Prüfungsvorbereitung.
> IREB Foundation Level Prüfungsvorbereitung

Inhouse IREB Zertifizierungen bei Ihnen vor Ort oder in Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, München

Sie interessieren sich für eine IREB Certified Professional for Requirements Engineering Zertifizierung oder IREB Certified Professional for Requirements Engineering Schulung? Gerne können Sie mit uns einen individuellen IREB Seminar- oder Prüfungstermin zur IREB Zertifizierung vereinbaren.

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6 goldene Regeln der Testautomatisierung

Testautomatisierung ist kein Selbstläufer: sie funktioniert nicht allein durch ihre Einführung, sondern es müssen Prozesse erstellt, Vorbereitungen getroffen und wichtige Punkte beachtet werden. Damit Ihre Testautomatisierung zum Erfolg führt, sollten Sie diese 6 Tipps beachten, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen.

1. Testbarkeit - Testautomatisierung

Wichtig ist zunächst die Frage, ob und unter welchen Umständen eine Testautomatisierung möglich ist. Ihre Software wurde nicht für automatisierte Tests entwickelt, sondern für Funktionalitäten, die sie erfüllt. Eventuell müssen Sie keine Änderungen durchführen, vielleicht müssen Sie aber auch das Testobjekt anpassen, damit Testautomatisierung möglich ist. Unbedingt wichtig ist es, dass Sie auch in Zukunft daran denken, die Software bei Anpassungen testbar bleiben zu lassen.

2. Testarchitektur - Testautomatisierung

Die klassische Testpyramide zeigt auch die sinnvollsten Bereiche der Testautomatisierung: die Basis bieten wie üblich die Komponenten- oder Unittests. Diese werden sehr schnell durchgeführt und auch die Entwicklung ist durch die Simplizität der zugrundeliegenden Prozesse meist schnell gemacht. Die Integrationstests - im Bereich der Komponenten- oder Systemintegration - integrieren die neueste Programmierung erstmals automatisiert und dürfen deshalb auf keinen Fall vernachlässigt werden. Die Automatisierung von Systemtests lohnt sich vor allem bei agilen Projekten mit häufiger Durchführung von Regressionstests.

Nicht in der Testpyramide enthalten, aber auch sehr wichtig und teils sehr gut automatisiert testbar, sind nicht-funktionale Tests. Vor allem Last- und Performancetests (z.B. mit Apache JMeter) können sehr gut automatisiert getestet werden.

3. Das Testobjekt ändert sich - Testautomatisierung

Das Testobjekt, für das die Automatisierung erstellt wird, ändert sich. Zum einen dadurch, dass Weiterentwicklung stattfindet, die mit den automatisierten Tests geprüft wird. Zum anderen, weil sich das Umfeld ändert - z.B. werden neue Versionen des Bretriebssystems installiert oder Applikationsversionen (Datenbank, Webserver) ändern sich usw. Nicht zu vergessen können sich Daten (Preise in Shops, Passwörter von Usern usw.) ändern.

Diese Änderungen sollten Sie stets im Auge behalten, damit Sie bereits im Vorfeld gegensteuern können.

4. Testdaten und Tests - Testautomatisierung

Die Daten, die in den Tests genutzt werden, sollten von den ausgeführten Testroutinen getrennt werden. Vor allem dann, wenn sich Informationen ändern, können diese dadurch einfacher und schneller aktualisiert werden. Aber auch, wenn beispielsweise geprüft werden soll, ob bestimmte Daten noch benötigt werden (z.B. Logindaten) oder welche Daten genutzt werden, ist eine Trennung sehr vorteilhaft. 

Die meisten Systeme bieten hier von sich auch Lösungen an - ob datei- oder datenbankbasiert - und der kleine Mehraufwand bei der Initialanlage rechnet sich sehr schnell bei einer späteren Änderung der Daten. 

5. Konventionen und Standards - Testautomation

Spätestens dann, wenn man sich in fremden Sourcecode einarbeiten und -denken muss, fällt es auf, wie wichtig es ist, gemeinsame Konventionen und Standards für Code zu finden und zu nutzen. Aber nicht nur für fremden Code - innerhalb oder auch außerhalb des Teams - gilt dies, sondern auch für solchen, den man selbst erstellt. 

Wir alle ändern uns, lernen dazu, werden besser. Und dieses Dazulernen spiegelt sich auch im geschriebenen Code wider.  

Hier helfen Konventionen und Standards, die möglichst früh im Projekt (oder Team) eingeführt werden, und die dafür sorgen, dass immer die gleiche Notation verwendet wird. 

Viele IDE bieten Lösungen oder Plugins, um die Prüfung auf Einhaltung zu automatisieren.

6. Reporting - Testautomatisierung

Um den aktuellen Stand der Qualität einschätzen zu können, wird ein Reporting benötigt. Dies gilt für das manuelle Testen, aber noch mehr für das automatisierte, da bei diesem eben kein Mensch eigene Einschätzungen abliefern kann. Am Ende reicht diese Einschätzung allein selbstverständlich nicht aus, Daten - Tabellen, Diagramme, Statistiken - müssen geliefert werden.

Wichtig ist, dass Sie darauf achten, dass bei der Testautomatisierung die Reporting-Funktionalitäten bereits bei der Erstellung der Tests bzw. der Ablaufprozesse berücksichtigt werden. Viele Tools bieten hier Lösungen an, es gibt auch weitere Produkte, die hier direkt unterstützen.

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IREB-Prüfung Foundation Level im Selbststudium

Was ist IREB? Wozu brauche ich die Zertifizierung?

Hinter IREB verbirgt sich das International Requirements Engineering Board - diese Non-Profit-Organisation kümmert sich um eine hohe und verlässliche Ausbildungs-Qualität im Bereich Requirements Engineering (etwa Anforderungsanalyse, -bearbeitung und -verwaltung).

Während Sie sich auf die Zertifizierung vorbereiten, lernen Sie Best Practises zum Requirements Engineering und Sie belegen Ihr Wissen durch die Zertifizierung selbst.

Wie läuft die Prüfung ab? - IREB-Zertifizierung

Sie haben 75 Minuten, um 45 Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Wenn Sie 70% der Punkte erreicht haben, haben Sie die Prüfung bestanden. (Als Nicht-Muttersprachler können Sie auf Antrag 15 Minuten zusätzliche Zeit für die Fragen erhalten.)

Multiple Choice bedeutet selbstverständlich, dass es teilweise auf kleinste Wörter oder Wortteile ankommt, die eine Antwort als richtig oder falsch klassifizieren. Hier müssen Sie gut aufpassen und genau lesen.

Während der Prüfung sind keine Hilfsmittel erlaubt. Sie erhalten Notizmöglichkeiten, die Sie nutzen können - und dort abgeben. (Selbstverständlich bleibt ihr Smartphone in der Tasche und sprechen dürfen Sie auch nicht.)

Sie können die Prüfung außer in Deutsch unter anderem in Englisch, Französisch, Spanisch ablegen.

Das Zertifikat ist unbegrenzt gültig!

Wie lerne ich am besten für die IREB Foundation Level Zertifizierung?

Wie Sie konkret am besten lernen, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. Ihrem Budget. Zum Beispiel gibt es Seminaranbieter und Online-Trainings, die Sie nutzen können. Wir empfehlen den Besuch einer Schulung, aber auch im Selbststudium können Sie innerhalb weniger Tage das Wissen erlangen, das Sie für die Zertifizierung benötigen. 

Am wichtigsten ist der Lehrplan (Syllabus), der beim IREB in verschiedenen Sprachen - hier aktuell und in Deutsch - heruntergeladen werden kann. Der Lehrplan zeigt auf, was Sie für die Prüfung können müssen, also Ihre Ausbildungsziele. 

Bei dem Buch "Basiswissen Requirements Engineering" von Klaus Pohl und Chris Rupp handelt es sich um das Standardwerk zu dem Thema mit allen Inhalten zur Zertifizierung. Sie sollten es auf jeden Fall durcharbeiten. 

Ebenfalls beim IREB können Übungsfragen heruntergeladen werden. Hier der Link zur aktuellen Version. Versuchen Sie dabei, die Fragen innerhalb von 75 Minuten zu beantworten, damit die Bedingungen möglichst real sind.

Tipps zur IREB-Prüfung

Bei der Prüfung selbst beantworten Sie zunächst die Fragen, bei denen Sie sich sicher sind. Die anderen markieren Sie. Dann gehen Sie die markierten Fragen durch und beantworten die, bei denen Sie sich dann sicher sind... und so weiter. So verlieren Sie nicht frühzeitig zu viel Zeit mit einzelnen Fragen, sondern sichern sich Punkte. 

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SAFe Zertifizierungen: Überblick und Einordnung der SAFe-Zertifizierungsmöglichkeiten

In Stellen- oder Projektausschreibungen im agilen Kontext werden fast immer Zertifizierungen, in letzter Zeit auch verstärkt zu SAFe©(Scaled Agile Framework), gefordert.

Im State of Scrum Report 2017 (Scrum Alliance©) geben 82% der Teilnehmer an, dass Zertifizierungen ihnen geholfen haben, Scrum-Praktiken besser umzusetzen.
Schulungen mit Zertifizierung können für Menschen, die mehr über agile Praktiken und Frameworks lernen wollen, ein guter Startpunkt sein. Wichtig ist, dass man dann im Anschluss an die Schulung auch dranbleibt und weitermacht.

Seminare bieten die große Chance, sich außerhalb des eigenen Arbeitsumfeldes mit anderen über Erfahrungen auszutauschen. Die Zertifizierungsprüfung als Abschluss gibt dann einen Hinweis darauf, dass man auf dem richtigen Weg ist.
Wichtig ist, dass die Schulung und Zertifizierung zum eigenen Arbeitskontext passen, also dass man sein bisheriges Handeln reflektieren und neue Erkenntnisse in die Arbeit einbringen kann.

Warum eine SAFe-Zertifizierung?

SAFe© ist laut dem State of AgileTM Report (VersionOne©, 2017) das weltweit populärste Framework zur Skalierung von Agilität.

Verbreitung der verschiedenen agilen Skalierungsansätze (Quelle: 11th annual State of AgileTM Report, VersionOne©, 2017)

Wenn man in einem Unternehmen tätig ist, das begonnen hat, Agilität zu skalieren, dabei das Scaled Agile Framework© einsetzt oder auf dem Weg dahin ist, ist es sinnvoll, sich mit Weiterbildungsmöglichkeiten im SAFe©-Umfeld zu befassen. Diese können dazu befähigen, dass eigene Handeln zu reflektieren und dadurch besser und professioneller in einem skalierten Umfeld zu agieren.
SAFe©-Zertifizierung gehen immer Hand-in-Hand mit einer entsprechenden Schulung. Im Vordergrund steht der Austausch über Erfahrungen und das gemeinsame Lernen.

Im SAFe©-Umfeld lassen sich die Zertifizierung nach den jeweiligen Rollen und somit auch dem Erfahrungsgrad sowie dem Einfluss, den man in der jeweiligen Rolle auf die Organisation hat, unterscheiden.

    
Einordnung der verschiedenen SAFe©-Zertifizierungen

Einstiegszertifizierungen - SAFe (Scaled Agile Framework)

Zu den Einstiegsschulungen bzw. -zertifizierungen zählen SAFe© for Teams (SAFe Practioner – SP), Leading SAFe© (SAFe Agilist – SA), SAFe© Scrum Master (SSM) und SAFe© Product Owner / Product Manager (SPOPM), die im Folgenden näher beschrieben werden.

Die Schulung SAFe© for Teams befähigt die Teilnehmer, ihre Rolle im agilen Team besser zu verstehen, wahrzunehmen und mit anderen Teams effektiv zusammenzuarbeiten. Während des zweitägigen Seminars erhalten die Teilnehmer ein vertieftes Verständnis des Scaled Agile Frameworks©, erfahren, wie sie Wert liefern und was sie tun können, um ihre Rolle mit Scrum, Kanban und Extreme Programming (XP) effektiv zu erfüllen. Die Schulung führt nach erfolgreich absolvierter Prüfung zu der Zertifizierung SAFe© Practioner (SP).

Ein SAFe© Agilist (SA) leitet strategisch die Einführung und die fortlaufende Verbesserung der agilen Kultur in einem Unternehmen. Als Führungskraft hilft er, die Mission und Vision der Organisation zu definieren und kommuniziert strategische Entscheidungen und die Notwendigkeit von Veränderungen an alle Beteiligten und Teams. Er motiviert Wissensarbeiter, indem er ihnen hilft, ihre Fähigkeiten und Karrieren so zu entwickeln, dass sie ihre Fähigkeiten verbessern und ihr Engagement steigern. Die Zertifizierung kann auf Basis der zweitägige Schulung Leading SAFe© erlangt werden. Diese Schulung ist auch gut geeignet, einen Überblick über SAFe© zu erhalten, wenn die Entscheidung, welches Skalierungsframework eingesetzt werden soll, noch nicht gefallen ist.

In der zweitägigen Schulung SAFe© Scrum Master lernen die Teilnehmer die Rolle eines Scrum Masters in einem SAFe©-Umfeld kennen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Scrum Master Training, das sich auf die Grundlagen des Scrum auf Teamebene konzentriert, wird hier die Scrum Master Rolle im Kontext des gesamten Unternehmens betrachtet und die Teilnehmer auf die erfolgreiche Planung und Durchführung der Programm-Inkremente vorbereitet. Die Schulung führt nach erfolgreich absolvierter Prüfung zu der Zertifizierung SAFe© Scrum Master (SSM).

Im Scaled Agile Framework unterscheidet man die Rollen Product Owner auf Teamebene und Produktmanager auf Programmebene.
Ein SAFe©-Product Owner (PO) dient als Kunden-Proxy für das Team und arbeitet mit dem Produktmanagement und anderen Stakeholdern - einschließlich anderer Product Owner - zusammen, um Storys im Team Backlog zu definieren und zu priorisieren.
Ein SAFe© Product Manager (PM) dient als interne Stimme des Kunden für den Agile Release Train (ART) und arbeitet mit den Product Ownern zusammen, um die Kundenvision für die Entwicklungsteams kontinuierlich zu entwickeln und zu kommunizieren.
Auf beide Rollen bereitet die zweitägige Schulung SAFe© Product Owner / Product Manager (SPOPM) vor und führt nach erfolgreich abgelegter Prüfung zur gleichnamigen Zertifizierung.

Prüfungsvorbereitung und Rahmenbedingungen - SAFe (Scaled Agile Framework)

Der Besuch der Schulung legt einen guten Grundstein für die Zertifizierung. Nach der Schulung sollte man sich mit den in den Schulungsunterlagen empfohlenen Büchern, Artikeln, Videos und sonstigen Ressourcen auseinandersetzen.
Außerdem sollte man mit offenen Augen durch die Welt gehen und schauen, wo sich in der Schulung Erlerntes im echten Leben erfahren und umsetzen lässt.

Nach der Teilnahme an einer SAFe©-Schulung erhält man zeitnah eine eMail von Scaled Agile©, die einem den Zugang zur persönlichen Learning Map ermöglicht. In der eMail steht auch, innerhalb welcher Frist die Prüfung abzulegen ist. Zu allen Zertifizierungsprüfungen findet man auf den Web-Seiten von Scaled Agile© aktuelle Informationen, z.B. zu der Anzahl der Fragen und der Dauer.
In der eigenen Learning Map finden sich neben weiteren Ressourcen auch der Zugang zu einem Practice Test. Das ist eine Simulation der Zertifizierungsprüfung. Man kann damit testen, wie gut man bereits vorbereitet ist.
Die Zertifizierungsprüfung selbst kann dann auch über die Learning Map gestartet werden.


Der Weg zur SAFe©-Zertifizierung - SAFe (Scaled Agile Framework)
Die Kosten für die Zertifizierungsprüfung sind bereits in den Schulungskosten enthalten. Nur in dem Fall, dass man die Prüfung wiederholen muss, weil man nicht bestanden hat oder die Frist, in der die Prüfung abzulegen ist, verstrichen ist, ist eine Gebühr zu entrichten.

Die Zertifizierungen sind für ein Jahr gültig und beinhalten die Mitgliedschaft auf der SAFe© Community Platform. Nach Ablauf der Gültigkeit können sie ohne erneute Prüfung verlängert werden. Die jeweils aktuellen Gebühren für die Erneuerung ist auf der Scaled Agile© Webseite einzusehen. Für die oben genannten Einstiegszertifizierungen beträgt die Gebühr derzeit 100 USD.

Zertifizierungen für Fortgeschnittene - SAFe (Scaled Agile Framework)

Neben den bereits genannten Einstiegszertifizierungen gibt es Schulungen, die sich eher für Fortgeschrittene eignen. Dazu gehören die zweitägige SAFe© Advanced Scrum Master (SASM), die viertägige Implementing SAFe© (SAFe© Program Consultant – SPC) sowie die dreitägige SAFe© Agile Release Train Engineer (RTE) Trainings.

Ein SAFe© Release Train Engineer (RTE) unterstützt und verbessert die Prozesse im Agile Release Train. Er eskaliert Hindernisse, steuert Risiken und treibt die kontinuierliche Verbesserung voran.
Der SAFe© Program Consultant (SPC) ist ein lean-agile Change Agent, der mit den Führungskräften arbeitet, um die SAFe©-Vision für die Organisation zu definieren und bei der Implementierung von Veränderungen unterstützt. Ein SPC verleiht der SAFe©-Implementierung organisatorische Glaubwürdigkeit. Da der SAFe© Programm Consultant berechtigt ist, einen Großteil der SAFe-Schulungen (Leading SAFe©, SAFe© Scrum Master, SAFe© for Teams und weitere) selbst durchzuführen, ist er geeignet, das für eine agile Transformation benötigte Wissen schnell im Unternehmen zu verbreiten.
Als Servant Leader hat der SAFe© Advanced Scrum Master (SASM) eine breitere Systemsicht auf die Rolle des Scrum Masters. Fortgeschrittene Scrum-Master verstehen Agile- und Scrum-Anti-Patterns und ermöglichen Team-übergreifende Interaktionen, um die Programmausführung und die ständige Verbesserung zu unterstützen.

Grundsätzlich ist es nicht notwendig, an SAFe©-Schulungen in einer bestimmten Reihenfolge teilzunehmen. Die meisten fortgeschnittenen SAFe©-Zertifizierungen (Ausnahme: RTE) setzen keine SAFe©-Einstiegszertifizierungen voraus. Das bedeutet, man kann beispielsweise an der Schulung Implementing SAFe© teilnehmen und die zugehörige Zertifizierungsprüfung ablegen, ohne dass man vorher eine Zertifizierung zum SAFe© Practitoner, SAFe© Agilist oder SAFe© Scrum Master absolviert haben muss.

Die fortgeschrittenen Schulungen bringen aber nur dann einen echten Mehrwert, wenn man sich in der jeweiligen Rolle befindet und in dieser bereits (langjährige) Erfahrungen gemacht hat. Nur dann wird man in der Lage sein, den Inhalt der Schulung einzuordnen, sich am Erfahrungsaustausch während der Übungen zu beteiligen und einen Nutzen für sich herauszuziehen.
Die Schulung zum RTE setzt mindestens eine vorangegangene SAFe©-Zertifizierung voraus. Die Schulung zum SAFe© Advanced Scrum Master (SASM) setzt eine Scrum Master-Zertifizierung voraus (z.B. Certified Scrum Master - CSM oder Professional Scrum Master - PSM), aber es muss nicht der SAFe© Scrum Master sein.

In Kürze wird eine weitere Schulung mit Zertifizierung angeboten: SAFe© DevOps. Dabei handelt es sich um eine dreitägige Schulung, die voraussichtlich ab Juni 2018 in Deutschland verfügbar ist.
Außerdem gibt es noch die Zertifizierung zum SAFe© Program Consultant Trainer (SPCT). Das ist die höchste Zertifizierung bei Scaled Agile© und nur Inhaber dieser Zertifizierung dürfen die viertägige Implementing SAFe©-Schulung durchführen.

Fazit - SAFe (Scaled Agile Framework)

Es kommt darauf an, was man daraus macht. Eine SAFe©-Schulung mit Zertifizierungsprüfung ist immer dann sinnvoll, wenn man in der Rolle, die das Training abdeckt, aktuell tätig ist oder zeitnah tätig wird, sich austauschen, reflektieren, neues Erlernen und sein Handeln professionalisieren möchte. Scaled Agile© bietet ein gutes Portfolio an Zertifizierungen, anhand dessen man schnell erkennt, wo man steht. Es zeigt auch Entwicklungspfade auf und bietet je nach Erfahrungslevel und eigenem Schwerpunkt (Team - Organisation) passende Weiterbildungsmöglichkeiten.

Autorin: Britta Ollrogge
Britta Ollrogge ist freiberuflich als Unternehmensberaterin und Agile Coach tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch die Einführung von Agilität. Dabei setzt sie verschiedene Methoden wie Agile Assessments, Scrum, Kanban, Coaching / Mentoring und Design Thinking ein. Als SAFe© Program Consultant (SPC) führt sie auch selbst SAFe© Trainings (u.a.  Leading SAFe©) durch.
www.britta-ollrogge-consulting.deTags: